Märchensommer von Anna Katmore

Worum geht’s?

Jona sitzt mal wieder vor dem Jugendrichter, obwohl sie nur einen Pulli geklaut hat. Doch dieses Mal kommt sie nicht mit einer Verwarnung davon, denn ihre Mutter ist nach 12 Jahren wieder aufgetaucht und soll Jona mit in Frankreichs Weinberge zu einer ihr unbekannten Tante nehmen, wo Jona bis zu ihrem 18. Geburtstag arbeiten soll. Das Hauptproblem an der ganzen Sache ist nicht nur Jonas Mutter, die nur noch wenige Wochen zu Leben hat, sondern auch deren Pfleger Julian, der es bereits nach wenigen Tagen in den Weinbergen schafft, Schmetterlinge in Jonas Bauch fliegen zu lassen. Dabei wollte sie doch bei der erstbesten Möglichkeit zurück nach England fliehen. Je mehr Zeit Jona mit Julian verbringt, desto heftiger tanzen die Schmetterlinge, aber auch desto mehr Unerklärliches geschieht: Wie hat Julian es geschafft, Jonas Mutter von den Toten zu erwecken?

Wie gefällt es mir?

Ich hatte Märchensommer in einem Rutsch durch – soll ich noch mehr sagen?
Na gut. Jona ist eine sehr schlagfertige Protagonistin, die nichts und niemand klein kriegt. Damit ist sie eine erfirschend selbstbewusste und witzige Protagonistin, die man aber, vor allem auch wegen ihrer Vergangenheit, einfach gern haben muss.
Julian ist eigentlich ein ganz  normaler, sehr sympathischer und hilfsbereiter, junger Mann, der derzeit Jonas Mutter pflegt, aber auch für Jona selbst da ist. Doch mit der Zeit fallen Jona Kleinigkeiten auf, die eigentlich ein Ding der Unmöglickeit sind. Dabei muss ich ehrlich sagen, dass sie viel aufmerksamer war als ich, ich hätte so einige Kleinigkeiten gar nicht bemerkt, wenn sie nicht im darauffolgenden Moment darüber nachgedacht hätte.
Jonas Mutter nimmt sie mit zu den Weinbergen, um sich bei ihr für die vielen verlorenen Jahre zu entschuldigen und ihr Verhältnis wieder aufzubauen, doch dabei ist sie schwer krank und es könnte jeden Moment zu spät für eine Versöhnung sein. Dieses schwere Thema, das über der Geschichte lastet, gibt ihr die viel Tiefe und sorgt dafür, dass dem Leser mehrfach der Atem stockt. Ein dickes Lob an die Autorin an dieser Stelle. Besser geht’s nicht.
Zu Anna Katmores Schreibstil brauche ich ja wohl nicht mehr viel sagen, wenn ich jedes Mal davon schwärme: Lustig, emotional und einfach perfekt.

Zitat

Doch als er umdrehte und en Gang hinunter marschierte, blickte ich hoch: „Und jetzt gehst du bitte wohin?“ Der Satz war draußen, bevor ich wusste, was ich sagte.
„Auf die Toilette.“ Sein provokanter Blick forderte ganz offensichtlich meinen Einspruch heraus.
Sag jetzt ja nichts. Ich kaute auf meiner Unterlippe herum. „Aber du sollst doch auf mich aufpassen.“
Nach ein paar Sekunden, in denen er mich eindringlich ansah, wurde sein Blick noch sanfter. „Du wirst mich nicht in Schwierigkeiten bringen.“
Mir wurde plötzlich ganz warm. Ich ließ ihn einen weiteren Schritt den Gang runterlaufen. Zwei. Drei. Vier. „Warum bist du dir da so sicher?“ Halt endlich deinen verdammten Mund, Jona! „Nach allem, was du über mich weißt, werde ich abhauen, sobald du um diese Ecke dort biegst.“
Sein lässiges Schulterzucken un dein niedliches Lächeln ließen mich schließlich verstummen.
„Ich vertraue dir.“ Einen Moment später war er um die Ekce verschwunden.
Mir stand der Mund weit offen. Mir vertrauen? So ein Blödmann. Der musste ganz schön einen an der Waffel haben, wenn er dachte, ich sei vrtrauenswürdig. Ich raffte mich auf und stakste in Richtung Ausgang. Doch schon nach wenigen Schritten krachte ich gegen eine solide Mauer aus schlechtem Gewissen. (S. 32f., Märchensommer von Anna Katmore)

Auf den Punkt gebracht

Eine super schöne Romantasygeschichte, die es auf den Punkt bringt und einfach nur zum Verschlingen ist. Lesen, lesen, lesen!

Vielen lieben Dank an Anna Katmore für das Rezensionsexemplar.

Daten

Titel: Märchensommer
Autor: Anna Katmore
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 486 Seiten (TB)
Preis: € 7,12 (TB)

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