Nebelring – Das Lied vom Oxean von I. Reen Bow

Worum geht’s?

Zoe lebt, seit sie denken kann, im Sanatorium, da ihr Vater mit dem mysteriösen Malwee-Nebel vergiftet wurde, auf dem die umstrittene Silbermagie der Organisation Nebelring basiert. Sie hat ihren Vater nie kennengelernt, da das Gift ihn in einen Traumzustand versetzt, in dem er von seiner Umgebung nichts mitbekommt, und das ihn in einem schleichenden Prozess tötet. An ihrem 16. Geburstag wünscht sie sich beim Ausblasen der Kerze, Heilung für ihren Vater. Doch mit diesem geheimen Wunsch startet ein Aufstand gegen die Organisation Nebelring, den Zoe nie gewollt hat. Sie ist plötzlich ein Teil von etwas, das zu groß ist, um es zu begreifen, und nichts scheint mehr so zu sein, wie es einmal war.

Wie gefällt es mir?

Zoe ist eine süße Protagonistin, leicht schräg, aber liebenswert und realistisch ausgearbeitet. Sie steht für ihre Freunde ein und beschützt vor allem ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat und von dem sie nicht wirklich etwas weiß. Trotzdem ist er ihre Familie und sie liebt ihn. Um ihn endlich kennenlernen zu können, wünscht sie sich Heilung für ihn, auch wenn es unmöglich scheint. Ich kann Zoe und ihre Beweggründe gut nachvollziehen. Es ist sicher alles andere als leicht, mit einem Vater, vielen anderen Kranken und vielen anderen mehr oder weniger elterlosen Kindern in einem Krankenhaus aufzuwachsen. Ihre leicht schräge Art begründe ich auf ihre schwere Kindheit und sie ist durchaus putzig. Leider bin ich mit ihr als Protagonistin nicht so wirklich warm geworden, da sie sehr kindliche Gedankengänge verfolgt. Diese passen zwar gut zu ihrem Leben, aber mich haben sie beim Lesen leider ein bisschen gestört. Gut gefallen hat mir, dass sie nicht plötzlich zur perfekten Heldin wird, die die Welt rettet, sondern dass sie sich treu bleibt und keine radikale Veränderung von jetzt auf gleich durchmacht, sondern eine langsame Entwicklung, die sicher in den Folgebänden stärker zum Vorschein gebracht wird.
Dazu kommt, dass der Aufbau der ganzen Welt zwar ganz gut durchdacht ist und etwa ab der Mitte des Buches auch Sinn macht, aber ich habe mich beim Lesen, besonders am Anfang, etwas überfordert gefühlt. Ich konnte die Welt leider nicht so richtig greifen.
Dabei lag das ganz sicher nicht am Schreibstil, denn der ist gut. Detailreich, realistisch, spannend. Dennoch verläuft die Geschichte am Anfang ziemlich schleppend und es dauert seine Zeit, bis der Leser in Zoes Welt hineingefunden hat. Dann wird er auch schon mit Geschehnissen überhäuft, sodass es etwas schwierig war, den Faden zu behalten. Dennoch wurde die Geschichte mit jeder Seite klarer, interessanter und spannender und ich bin am Ende froh, es gelesen zu haben.
Das Ende lässt auf eine spannende, sehr interessante Fortsetzung der Reihe hoffen. Auch wenn ich jetzt nicht übermäßig begeistert bin, kann ich Das Lied vom Oxean empfehlen, denn es verspricht, eine gute Reihe zu werden.

Zitat

„Wir können die Wahrheit von der Wahrheit nicht unterscheiden.“
„Meinst du Wahrheit von der Lüge?“, frage ich.
„O ja, das gelingt uns auch nicht. Noch schlimmer ist es, eine Lüge von einer anderen Lüge zu unterscheiden.“ (Nebelring – Das Lied vom Oxean von I. Reen Bow)

Auf den Punkt gebracht

Leider hatte ich ziemliche Schwierigkeiten, in die Geschichte um Zoe und den Nebelring reinzukommen. Doch zum Ende hin hat sich das Durchhalten gelohnt und der Auftakt der Reihe lässt auf eine sehr interessante, spannende Fortsetzung hoffen, auf die ich durchaus neugierig bin.

Vielen Dank an I. Reen Bow und den Impress Verlag für das Rezensionsexemplar!

Daten

Titel: Nebelring Das Lied vom Oxean
Autor: I. Reen Bow
Verlag: Impress Verlag
Seiten: 406 Seiten (E-Book)
Preis: € 3,99 (E-Book)

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