Interview mit Patrick Schön

Patrick Schön

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Patrick Schön, hauptsächlich schreibe ich jedoch unter dem Pseudonym Jon Padriks.
Der Name ist nun auch schon gut zwanzig Jahre alt, begleitet mich also fast die Hälfte meines
Lebens.
Meine Brötchen verdiene ich indes nicht mit der Schreiberei – dafür aber im, nun, wenigstens
zweitschönsten Beruf: in der Altenpflege. Hier arbeitete ich zuletzt als Alltags- und
Demenzbegleiter. Leider bin ich seit 2016 jedoch aufgrund eines Wirbelsäulenschadens
arbeitsunfähig.
Zu meinen Hobbys gehören neben dem Schreiben natürlich das Lesen, meine Familie und Freunde.
Auch gehe ich gerne spazieren, um an der frischen Luft Kraft zu tanken, eventuell Ideen für neue
Geschichten aufzugreifen oder weiter heranreifen zu lassen und Plots zu überdenken.

Warum schreibst du?

Gute Frage! Ich denke aber mal, die Antwort, die ich mal einem lieben Freund gab, trifft’s ziemlich genau. Mit dem Schreiben ist’s nämlich ähnlich wie mit dem Atmen: Wenn du einmal angefangen hast, willst du damit nicht mehr aufhören.
Es ist einfach großartig, die unterschiedlichsten Abenteuer zu erleben und in die unterschiedlichsten Rollen zu schlüpfen, die Figuren bis an den Rand ihrer physischen und/oder psychischen Kräfte zu führen – dabei aber zumeist schön bequem daheim auf dem faulen Arsch zu sitzen. *lacht*

Dein Lieblingszitat.

Hm. Es gibt so viele verdammt gute Zitate. Auf meiner Visitenkarte steht zum Beispiel »Ein Buch ist eine Brücke zu unseren Träumen«, auf meinem Mist gewachsen, und es betrifft zweifellos
sowohl uns Autoren als auch die Leser … Aber im Grunde – und auf deine vorherige Frage ausgerichtet – begleitet mich ein Ausspruch Mark Twains schon mein Leben lang. Wir hatten’s damals im Deutschunterricht in der Schule kurz angesprochen und ich weiß auch nicht, ob ich’s noch astrein wiedergeben kann, aber er sagte seinerzeit bei der Eröffnung einer Schule an die Kinder in etwa: »Egal wie alt ihr werdet und welche Berufe ihr später einmal ausüben werdet, vergesst niemals das Kind in euch.«
Beim Schreiben lassen sich nämlich auch ganz wunderbar die ganzen Abenteuerspiele, die du vielleicht als Kind gespielt hast, in abgeänderter Form fortführen. Letztlich also der ewige Kampf von »Gut« gegen »Böse«.

Was war dein schönstes Autoren-Erlebnis?

Mit Sicherheit werde ich zwei Reaktionen einer Ex nicht vergessen: Ihr Jubelausbruch, als ich ihr mein erstes gedrucktes Buch zeigte – und wie sie mir an die Gurgel ging, nachdem ich sie einen
Roman lesen ließ, bei dem das letzte Kapitel mit allen Auflösungen fehlte. *lacht*
Außerdem werde ich wohl nicht vergessen, wie einer meiner Cousins bei einem Familientreffen plötzlich auf mich zutrat und sich begeistert von meinem Buch »Nach Sonnenuntergang – Sie
kommen nachts …« zeigte.
Zumal – und auch das gehört zu meinen schönsten Erlebnissen bislang – mein erstklassiger Lektor zu Beginn der Zusammenarbeit an »Es«, einer der Geschichten in dem Buch, sich äußerst skeptisch äußerte, wie ich eine solche Geschichte in der Art schreiben konnte … und wie begeistert er am Ende war, ohne dass wir allzu viel geändert hatten.
Aktuell aber bedeutet mir das Lob meiner Alphaleser auch unendlich viel, gerade wenn ich einmal mehr um eine Szene in meinem Thriller wirklich gerungen hab.

Wenn du mit deinem ersten Buch neu anfangen könntest, was würdest du ändern?

Ganz klar: nichts. Wenn du mein erstes selbstständiges Buch »Nach Sonnenuntergang – Sie kommen nachts …« meinst, so würde ich definitiv nichts daran ändern. Das gesamte Team meines
Verlages, Shadodex – Verlag der Schatten, hat großartige Arbeit geleistet.
Wenn du allerdings das erste Buch meinst, das ich als – letztlich – hauptverantwortlicher Herausgeber betreut habe: einiges! Vom Coverbild bis zum »Verlag«. – Vielleicht sollte ich hier sogar tatsächlich noch einmal für eine »Neuauflage« sorgen. Denn die Geschichten darin, allesamt zum Thema »Feier-Tage«, sind im Grunde viel zu gut, um in dieser Zusammenstellung nicht mehr gelesen zu werden. Dabei führe ich dieses Buch derzeit nicht einmal mehr auf der Seite mit meinen Publikationen, und ich bin nicht unglücklich, dass es – wie es einst erschienen ist – vom Markt verschwunden ist.

Wie nah an der Realität spielen deine Geschichten? Hast du kleine Szenen aus deinen Büchern selbst erlebt?

Okay, jetzt wirst du persönlich. *lacht*
Aktuell arbeite ich an einem Thriller, der erstmals nichts mit Mystery oder so zu tun hat. Der ist so nah an der Realität dran, dass er sich beinahe ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dieser zu leisten
scheint. Er soll aufrütteln, wachrütteln, und selbst den Letzten zum Nachdenken bringen, was da überhaupt derzeit mit uns und um uns herum gerade passiert.
Selbst erlebt habe ich bislang zum Glück aber weder etwas aus diesem Thriller – noch etwas aus meinen Schauergeschichten. *lacht*

In welchen Genres schreibst du?

Wie ich eingangs schon sagte, schreibe ich hauptsächlich unter dem Pseudonym Jon Padriks, mit dem ich das Spannungsgenre bediene – also Horror und Thriller. (Splatter wird man bei mir
allerdings vergeblich suchen.)
Darüber hinaus schreibe ich unter anderem Namen gelegentlich auch Romance. Und auch ein Western spukt mir seit Jahren schon im Kopf herum sowie immer mal wieder historische
Geschichten.
Und last not least gibt es auch immer wieder mal eine Kurzgeschichte »aus dem realen Leben«; diese erscheinen unter meinem realen Namen.

Hörst du Musik beim Schreiben?

Gelegentlich. Manchmal hilft sie mir irgendwie, weil Stille dann unerträglich wäre. Gerade in den letzten Wochen – während der Arbeit an meinem aktuellen Politthriller – muss ich sie haben.
Es gibt aber auch Zeiten, da brauche ich absolute Stille.
Wenn ich allerdings Musik höre, muss diese zwei Kriterien erfüllen: Sie darf nicht zu laut sein, und sie muss mir vertraut sein. Am Häufigsten laufen daher Iron Maiden, Metallica und AC/DC; ab und an allerdings auch ein Mix diverser Interpreten aus dem Folk Metal.

Auf welche Rezension über eines deiner Bücher bist du besonders stolz?

Auf diese Frage kann ich so gar nicht antworten. Denn alle Rezensionen – zumindest im Hinblick auf mein Buch »Nach Sonnenuntergang – Sie kommen nachts …« erfüllen mich mit Stolz. Was
vielleicht kein Wunder ist, bei acht 5 Sterne-Rezensionen bei Amazon, einer 4 Sterne-Rezi und einer weiteren 5 Sterne bei Weltbild.

Wenn du am Tag nur Zeit hättest, um drei Blogs zu lesen, welche wären das?

Natürlich deiner, Sarah! *zwinkert*
Allerdings … Nun, das Lesen von Literaturblogs würde meine Wunschliste vermutlich ins Unermessliche wachsen lassen – was ergo bedeutete, dass, hätte ich das Geld, alle interessanten Bücher, die bspw. »Thrill & Blood« vorstellt, zu kaufen, hätte ich am Ende wohl kaum mehr Zeit, selbst zu schreiben.
Selbstredend interessiere ich mich aber für das Weltgeschehen, und daher lese ich auch eh schon sehr viele Zeitungen online.

Wo kann man dich finden?

Beispielsweise hier, bei einem Interview mit dir. *lacht* Außerdem wohl auch künftig auf der »Fabula est« in Solingen, wie auch auf der »FeenCon« in Bonn/Bad Godesberg … und wer weiß –
wenn ich mal wieder ein Auto habe und auch gesundheitlich soweit bin, wieder fahren zu können – wo sonst noch. Gibt immerhin einige interassente Events, die mit ÖPNV jedoch leider nur schwer zu erreichen sind.
Allein nach Herne sind es mit der Bahn schließlich zweieinhalb Stunden; auch wenn man mich hier nach der Gründung des Greenwood Verlags häufiger antreffen dürfte. Schließlich hat dieser Verlag einige Veranstaltungen für seine Autoren und Leser geplant.
Wer jedoch mehr über mich erfahren möchte, ohne die Möglichkeit eines persönlichen Treffens, kann dies auf meiner Profilseite hier auf Facebook und über meine Website: www.romantic-

Was möchtest du den Lesern meines Blogs sagen?

Love, Peace and Rock’n’Roll! *streckt Zeige- und Mittelfinger in die Höhe und grinst*
Aber im Ernst: Gibt eine Menge, das ich deinen Lesern noch sagen möchte. Zum Beispiel, dass sie bitte nachdenken, bevor sie etwas sagen oder gar tun – oder etwas in den Sozialen Medien teilen. Finde gerade in der heutigen Zeit dieses Reflektieren enorm wichtig. Ein Wort ist schnell gesagt, kann aber so Vieles zerstören. Und es ist schneller etwas in die Welt gebracht – und wenn’s das dämlichste Gerücht ist –, als dass es wieder restlos im Nirgendwo verschwindet. Und das gilt in jeder Hinsicht, ob politisch oder sonstwie.
An die »Nur-Leser« auf deinem Blog gerichtet, möchte ich appellieren, auch Newcomer-Autoren eine Chance zu geben. Es gibt so verdammt viele echt gute Selfpublisher und Autoren kleiner
Verlage! – Also selbst wenn man zufällig auf das Buch eines Selbstverlegers oder kleinen, eher schlechten Verlags gestoßen ist, bei dem am Korrekturat und/oder Lektorat gespart worden ist: Dies trifft noch lange nicht auf jedes Buch eines Newcomers zu! Die meisten SPler und Kleinverlage, die ich kenne, sind sich ihrer Verantwortung gegenüber den Lesern durchaus bewusst.
Jenen unter den Besuchern deines Blogs, die schon immer schreiben wollten, sich aber bislang nicht trauten, möchte ich am liebsten zurufen: Ran und haut in die Tasten! – Ihr werdet »bluten«, ihr werdet fluchen, und vermutlich werdet ihr auch manchmal heulen. Spätestens dann, wenn ihr eine Story geschrieben habt und sie voller Stolz einem Fachpublikum präsentiert. (Nicht euren Angehörigen und Freunden.) Nehmt sachliche, konstruktive Kritik an, und lest, lest, lest! Lest Bücher, die euch gefallen, aber auch alles andere, das irgendwo abgedruckt ist. Und setzt euch
gefälligst wieder auf euren Hosenboden und schreibt dieselbe Story (oder eine andere) neu! Ihr werdet selber feststellen, dass ihr immer besser werdet. Und irgendwann werdet ihr dann nicht nur gut schreiben – ihr werdet euch selbst als Autor empfinden, der verdammt gute Texte verfasst.
ALLEN gefallen werdet ihr nie. Das schafft niemand. Böse Kritiker wird es immer geben. Christina Westermann behauptete vor einigen Monaten sogar, Stephen King sei kein Literat. Aber ihr
beherrscht dann das Handwerk, das einen Autor ausmacht.
Und das Schreiben ist eben, wie bspw. das Maurern, zu erlernen. Fantasie allein reicht nicht.
Last not least – und dies gilt meinen Autorenkollegen: Wir sollten uns zusammenschließen, wie es einige Male die Woche auf Facebook geschieht, wenn wir uns gegenseitig liken und verlinken.
Gegeneinander zu arbeiten und als Konkurrenten zu sehen, macht nur mürbe.
Und wir sollten alle stets unser Bestes geben. Aus Achtung vor unserem eigenen Schaffen. Und für unsere Leser.
Ich danke dir, Sarah, für dieses Interview!

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Lieben Dank an Patrick für das Interview!

Ich habe mich sehr gefreut, dich interviewen zu dürfen.

Alles Liebe,
Sarah

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