Interview mit Birgit Böhm

Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Birgit Böhm, ich lebe in der Nähe von Hamburg. Ich begeistere mich für die Wunder der Natur und liebe Rätselhaftes und Geheimnisvolles. Als (Fantasy-)Autorin liebe ich es, daraus Geschichten zu weben.

Warum schreibst du?

Ein Grund war für mich längere Zeit der Wunsch, Fachwissen zu vermitteln und persönliche Erfahrungen an interessierte Kreise weiterzugeben. Daher arbeitete ich als Co-Autorin an drei Sachbüchern (Ernährung und Pädagogik) mit. Als Diplom-Schulpädagogin und Lehrerin – vorwiegend für Biologie –  habe ich wohl so eine Art „Sendungsbewusstsein“.  😉
Die Begeisterung meiner eigenen Schüler für Cornelia FUNKEs „Tintenherz“ brachte mich auf die Idee, selber erstmals etwas im Genre Urban Fantasy zu schreiben. Das habe ich ausgebaut, weil ich es spannend und aufregend finde, Figuren und Handlungsorte, sogar ganze Welten neu zu erschaffen. Das Schreiben solcher Szenen genieße ich; denn ich erlebe die Abenteuer meiner Figuren wie durch deren Augen, und das macht mich glücklich. Dennoch spielt auch hier der Bildungsaspekt eine Rolle: Ich wünsche mir immer, dass meine Leser – vor allem Schulkinder von 10-13 Jahren –  quasi nebenbei auch etwas Neues lernen. 😉 So finden sich in der „Alba Brunnstein …“- Reihe Inhalte aus Botanik und Zoologie sowie der „ökologische Gedanke“, aber auch Elemente aus HUMBOLDTs Bildungstheorie, soziologische Aspekte wie „das Fremde in der eigenen Kultur“ und der psychologische Aspekt der Hochsensitivität nach Elaine ARON.    

Dein Lieblingszitat…

… stammt von Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835):  „Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

Was war dein schönstes Autoren-Erlebnis?

Mein schönstes Autoren-Erlebnis hatte ich in den 90er Jahren mit den Verkaufszahlen des Ernährungs-Ratgebers. Einmal erfuhr ich vom Verlag, dass nach meinem Auftritt in der Talk Show „Hera Lind“ an nur einem einzigen Tag 1006 Bücher verkauft worden waren.

Wenn du mit deinem ersten Buch neu anfangen könntest, was würdest du ändern?

Mein allererstes Buch war ein Roman über eine deutsche Gartenarchitektin, die Kunstdieben  in Paris auf die Schliche kommt. Vom Inhalt her würde ich 1. meiner Protagonistin heute deutlicher Charakterzüge einer hochsensitiven Persönlichkeit zuschreiben als damals. 2. würde ich den Teil, in dem eine zentrale Figur ihren eigenen Tod vortäuscht, mit mehr psychologischer Tiefe ausarbeiten als damals.

Wie nah an der Realität spielen deine Geschichten? Hast du kleine Szenen aus deinen Büchern selbst erlebt?

Es gibt rein Fiktionales, aber auch biographische Elemente wie Kindheitserlebnisse oder Impressionen von Italienreisen, die ich als Erwachsene unternommen habe.
Für die Urban Fantasy-Reihe habe ich einen Ort aus meiner Kindheit als zentralen Handlungsort in der „Menschenwelt“ ausgewählt: eine Jugendstilvilla mit Garten in meinem Heimatort in Niedersachsen. Beide habe ich niemals betreten, doch als Kind stand ich oft sehnsüchtig vor der kleinen roten Gartenmauer und wünschte mir, dort Blumen und Äpfel pflücken zu dürfen. Meine Protagonistin „Alba“ nennt ihn zunächst den „Wilden Garten“; später erfährt sie, dass er auch „Garten der Wunder“ heißt.
Die Bewohnerin der Villa hatte im wirklichen Leben ebenfalls etwas ganz Besonderes an sich. In der Erzählung heißt sie „Signora Miro“, ist Schauspielerin und verfügt über außerordentliche Fähigkeiten.

In welchen Genres schreibst du?

Seit mehreren Jahren schreibe ich vorwiegend Urban Fantasy („Alba Brunnstein und die Welt der tausend Tore“) und Fiktionales (Eine mörderisch gute Schule – Nur wer Talent hat, überlebt“ unter dem Pseudonym Birgit Rüsch-Neuhaus).
Bis vor einem Jahr war ich zudem als Autorin für den Kinder- und Jugendbuchverlag Oetinger 34 auf einer speziellen Internet-Plattform (geschlossene Beta-Phase) tätig. Da entstand z.B. das Kinderbuch „Mini & Mops – Die Märchendetektive“.
Außerdem gibt es einige Kurzgeschichten für Kinder („Der gläserne Garten“) und für Erwachsene aus meiner Feder.
Ich lese unheimlich gern vor Publikum und fast immer Urban Fantasy. Für Lesungen vor Schülern (z.B. zu den Kinder- und Jugendbuchwochen in Büchereien im Kreis Pinneberg) bringe ich diverse Requisiten – Bilder, Landkarten sowie einen „Partifona-Brunnen“ – mit.
Wenn ich auf Rollen- und Brettspielmessen wie „Unicon“ (Kiel) und Nordcon“ (Hamburg) lese, bin ich zudem mittelalterlich gewandet.
Inzwischen lese ich aus der Fantasy-Erzählung viel häufiger vor Erwachsenen als vor Kindern – in Botanischen Gärten, Buchhandlungen, Literaturzirkeln. Für mich ist das sehr spannend; denn die Erzählung liefert mit seinen ökologischen, soziologischen und psychologischen Aspekten jedes Mal interessante Gesprächsanlässe.

Hörst du Musik beim Schreiben?

Während des Schreibens höre ich keine Musik; da muss es still sein. Deshalb schreibe ich meistens abends und nachts. Nach längeren Schreibpausen stimme ich mich in die Atmosphäre meiner „Elben-Welt“ ein, indem ich Musik der Band „Erdenstern“ höre, z.B. aus dem Album „Into the Green“. Wenn ich im Autoradio einen Song höre, der mir  intensiv eine Stimmung vermittelt, dann mache ich mir entsprechende Notizen. Später höre ich den Song über YouTube nochmals und ordne ihn einer Szene meiner Erzählung zu. Zur kurzen Einstimmung ins Schreiben einer Szene höre ich ihn mir gegebenenfalls wieder an.

Auf welche Rezension über eines deiner Bücher bist du besonders stolz?

Es ist eine Rezension des 1. Bandes meiner Urban Fantasy-Reihe: „Alba Brunnstein – Das Geheimnis der tausend Tore“. FIORELLA 2013.
Teresa Tillmann hat sie für den „Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V.“ – IFHS verfasst. Auf der Internetseite des Vereins ist sie unter „Literatur und Medien“ – „Belletristik“ (hier) nachzulesen.
Die Rezension sehr detailliert ist und bestätigt, dass es mir gelungen ist, einen mir wichtigen Aspekt des Buches darzustellen: das Persönlichkeitsmerkmal Hochsensitivität.

Wenn du am Tag nur Zeit hättest, um drei Blogs zu lesen, welche wären das?

Oh, die Auswahl fällt mir schwer. Ich denke, das wären zur Zeit drei Blogs aus unterschiedlichen Kategorien:

  1. einem Autoren-Blog mit Schwerpunkt Phantastik/ Urban Fantasy, um auf dem Laufenden zu bleiben,
  2. einem Blog im Bereich Psychologie/ Pädagogik, in Deutschland oder Österreich wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse,
  3. einem Bücher-Blog mit vielseitigen Beiträgen über Bücher und Autoren sowie deren Werdegang – so wie ihn „BookPrincess by Sarah“ darstellt.

Aus Mangel an Zeit und Muße für ausgiebiges Schmökern würde ich zur Zeit leider nur sporadisch hineinschauen und –lesen können.

Wo kann man dich finden?

Facebook: Birgit Böhm
Facebook: Alba Brunnstein
Homepage
Instagram: birg.boehm_autorin

Was möchtest du den Lesern meines Blogs sagen?

Genießt weiterhin die Vielfalt an Informationen, die Euch die „BookPrincess“ liefert. Äußert Eure Wünsche, wenn Euch ein bestimmtes Genre, der Hintergrund zu einem Buch oder die Persönlichkeit eines Autors/ einer Autorin besonders interessiert. Eure „BookPrincess“ wird sich bestimmt darum bemühen.

Herzliche Grüße aus der Rosenstadt bei Hamburg
Birgit
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Lieben Dank an Birgit für das Interview!

Ich habe mich sehr gefreut, dich interviewen zu dürfen.

Alles Liebe,
Sarah

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