Elfenfehde – Zweimal im Leben von Mariella Heyd

Worum geht’s?

Feodora dachte, sie sei ein ganz normaler Teenager, bis ein eigentlich harmloser Meteoriteneinschlag alles verändert. Plötzlich findet sie sich alleine in ihrer Stadt wieder, bis ein Fremder auftaucht und sie mit in seine Welt nehmen möchte, aus der auch sie angeblich stammt. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, jemals auch nur von der Anderswelt gehört zu haben. Zerdon, der Fremde, behauptet, sie müsse nicht nur die Erde, sondern auch die Anderswelt retten, indem sie den dunklen Elfen in der Anderswelt tötet. Doch das ist alles andere als einfach.

Wie gefällt es mir?

Feodora ist eine sympathische Protagonistin, die für meinen Geschmack allerdings zu wenig hinterfragt. Zunächst nimmt sie es recht gelassen auf, dass sie wochenlang alleine in einer Bibliothek haust und sie möglicherweise die einzige Überlebende ist. Gut gefallen hat mir, dass sie nicht sofort mit Zerdon mitgeht, wenn dieser auftaucht, sondern ihn erst einmal für verrückt erklärt. Sie macht eine interessante Entwicklung durch, die mir ein wenig zu flach ist. Ich hätte erwartet, dass sie mehr hinterfragt, mehr auf Konfrontation geht, stärkere (Selbst-)Zweifel hat. Stattdessen nimmt sie viel einfach hin, ganz nach dem Motto: Ja, dann ist das halt so.
Dadurch bleiben leider einige Fragen offen und fehlende Erklärungen haben mich mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen. Wohin sind denn beispielsweise die Menschen verschwunden und warum ist Feo für den Meteoriteneinschlag verantwortlich? Aber vielleicht kommt hier die Erklärung ja noch in Band zwei. Zu Feodoras Vergangenheit hätte ich gerne mehr erfahren, genau wie über ihre damit zusammenhängenden Gefühle. Wie fühlt sie sich mit ihrer plötzlich wieder gefundenen Vergangenheit? Was ist damals genau passiert? Wie hat sie die Erlebnisse aufgefasst? War es damals die richtige Entscheidung?
Auch die Liebesgeschichte bleibt zu flach, weshalb der Leser Feos Gefühle kaum nachvollziehen und vor allem nicht mitfühlen kann.
Der Start von Elfenfehde hätte man stark kürzen können, denn die Geschichte beginnt recht schleppend. Der Aufbau und vor allem die Idee widerum gefällt mir gut und wird vor allem in der zweiten Hälfte deutlich besser, doch viele Beschreibungen lassen die Geschichte etwas langatmig werden.
Das Ende dagegen hat mir sehr gut gefallen. Der plötzliche Wechsel und das Auftauchen unerwarteter Charaktere bringen Schwung in die Geschichte und machen sehr neugierig auf Band zwei. Ich würde sogar vermuten, dass mir Band zwei deutlich besser gefallen wird.
Der Schreibstil ist flüssig und rund, auch wenn es den Charakteren ein wenig Tiefe und realistischer Eigenschaften fehlt.

Zitat

Die Leute würden in sechsundvierzig Minuten gebannt in den Himmel starren und applaudieren, sobald der Gesteinsbrocken wie ein Feuerwerk explodierte. Etwas mulmig war mir inzwischen schon. Wenn die Verrückten doch recht hatten, würde ich allein inmitten all dieser Bücher hier sterben. (Elfenfehde – Zweimal im Leben von Mariella Heyd)

Auf den Punkt gebracht

Eine gute Idee, bei der die Charaktere durch ihre Reaktionen und Handlungen leider zu wenig greifbar werden. Doch das Ende lässt auf einen sehr interessanten und spannenden zweiten Band hoffen.

Vielen Dank an den Zeilengold Verlag für das Rezensionsexemplar!

Daten

Titel: Elfenfehde – Zweimal im Leben
Autor: Mariella Heyd
Verlag: Zeilengold Verlag
Seiten: 350 Seiten (TB)
Preis: € 12,99 (TB)

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