Straßensymphonie von Alexandra Fuchs

Worum geht’s?

Seit dem Tod ihres Vaters hat Kat nicht mehr gesungen, obwohl sie das Singen liebte. Als sie auf Levi trifft, der mit seiner Band in der Bar auftritt, in der sie kellnert, wirbelt dies ihr bisheriges Leben ganz schön durcheinander. Denn die Band ist auf dem Weg zu einem Wettbewerb, steht aber plötzlich ohne Sängerin da. Kurzerhand springt Kat ein und begleitet die Band. Doch bei einem Zwischenstop wird ihr Auto überfallen und die Diebe scheinen Jäger zu sein. Jäger, die einst die Gestaltwandler töteten, obwohl doch eigentlich Frieden herrschen sollte. Oder?

Wie gefällt es mir?

Die Grundidee von Straßensymphonie mit der Band und der Liebesgeschichte und hat mir gut gefallen, auch das Fantasyelement mit der Gestaltwandlung. Leider erschienen mir beim Lesen die plötzlichen Angriffe auf die Gestaltwandler ein wenig an den Haaren herbeigezogen, so als müsste jetzt halt etwas passieren.
Die Protagonistin Kat kann sich in eine Katze verwandeln. Sehr süß fand ich, dass die Charaktereigenschaften der Katze in ihr immer wieder zum Vorschein kommen. Ihre Gedankengänge sind eine faszinierende Mischung aus grandiosem Sarkasmus und Witz, die den Leser einige Male zum Lachen bringen. Doch auf der anderen Seite macht sie sich viele Sorgen und Gedanken, teilweise gut nachvollziehbar, teilweise etwas übertrieben. Da sie ein wenig runder ist, kreisen ihre Sorgen sehr viel um die Frage, was andere von ihr halten könnten. Ich finde, diese Gedankenkarussells hätten im Laufe der Geschichte weniger werden müssen, da das Vertrauen in Kats Freunde und in Levi wächst. Aus diesem Grund geht mir die Liebesgeschichte ein wenig schnell, wenn man davon ausgeht, dass das Vertrauen nicht so weit entwickelt ist, als dass sie Levis Worten Glauben schenkt.
Levi kann sich in einen Hund verwandeln, was ich sehr cool finde, und absolut auch zu seinem Charakter passt. Sein Verhalten und die entsprechenden Auswirkungen im Hinblick auf seine Vergangenheit erschienen mir ein wenig unglaubwürdig und übertrieben. Mit der Zeit wird es aber besser.
Die anderen Charaktere fand ich teilweise ein wenig zu flach, die Protas dafür umso besser ausgearbeitet.
Die Band an sich gefällt mir sehr gut, nur rückt die Musik leider stark in den Hintergrund, wenn die sich die Ereignisse zuspitzen. Hier hätte ich mir mehr Ausgewogenheit gewünscht. Als ich das erste Mal die versteckten Hinweis auf verschiedene Märchen, entdeckte, habe ich eigentlich erwartet, dass diese zumindest teilweise noch eine bedeutendere Rolle spielen würde. Das ist nämlich eigentlich sehr genial gemacht.
Der bildhafte Schreibstil gefällt mir sehr gut, wenn man von Kats Gedankenkarussells absieht. Viel Humor und die genannten versteckten Hinweise lockern die Geschichte gut auf. Der Spannungsbogen wird zur zweiten Hälfte hin besser, sodass man die Geschichte dann doch verschlingt. Das Ende selbst fand ich leider ein bisschen zu platt, hier hätte gerne noch mehr passieren können, der Showdown hätte größer sein dürfen.

Zitat

Ich lag neben Levi und sah aus dem Fenster zu den Sternen, sie leuchteten hell und hoben sich deutlich vom dunklen Nachthimmel ab. (Straßensymphonie von Alexandra Fuchs)

Auf den Punkt gebracht

Eine sehr schöne Idee in Kombination aus Musik und Fantasy mit ein paar versteckten Märchenhinweisen. Ich hätte mir ein wenig mehr Tiefe und Spannung gewünscht und fand es schade, dass die Musik im Laufe der Geschichte immer weiter in den Hintergrund gerückt ist. Trotzdem eine ganz gute Geschichte.

Daten

Titel: Straßensymphonie
Autor: Alexandra Fuchs
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 400 Seiten
Preis: € 14,90

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