Die dreizehnte Fee Erwachen von Julia Adrian

Worum geht’s?

Nicht alle Märchen sind wahr, aber Teile schon. Lilith erwacht durch den Kuss der wahren Liebe aus dem Dornröschenschlaf, aber sie ist nicht Dornröschen, sondern die 13. Fee, einst herrschte sie als Königin über ihr Land. Doch ihre Schwestern haben sie hinters Licht geführt und für 1.000 Jahre in den Dornröschenschlaf fallen lassen. Nun sinnt Lillith nach Rache, doch die Welt ist ganz anders, als zu ihrer Zeit. Eine todbringende Jagd nach den zwölf Feen beginnt, auf der sie von dem Hexenjäger begleitet wird. Doch der Hexenjäger lässt keine Zweifel an seiner Intention zu: Er will alle Hexen vernichten, somit auch die 13. Fee, nachdem sie Rache geübt hat. Doch in Lilith entwickeln sich noch andere Gefühle. Gefühle, die ihr gänzlich unbekannt waren, denn Sie kannte nur Wut und Rache und Macht: Langsam lernt sie nun die Liebe kennen und was es heißt, menschlich zu sein.

Wie gefällt es mir?

Ich bin total geflashed und habe tatsächlich nur zweieinhalb Stunden für diesen wunderbaren Auftakt der Trilogie gebraucht.
Bei der dreizehnten Fee handelt es sich um eine Märchenadaption, in der viele verschiedene Märchen zwischen den Zeilen erwähnt werden, wie Dornröschen, Hänsel und Gretel, Froschkönig oder Frau Holle. Ich muss aber gestehen, dass ich nicht alle erkannt habe. Die Idee der verschiedenen Märchenadaptionen in einer Geschichte finde ich grandios, auf sowas muss man erst einmal kommen.
Die Protagonistin Lilith, die dreizehnte Fee, sagt von sich selbst, sie sei die Antiheldin und damit hat sie irgendwie auch Recht, obwohl ich natürlich hoffe, dass sie in den Folgebänden zur Heldin wird. Ihre Schwestern haben sie vor langer Zeit hintergangen und in den Dornröschenschlaf fallen lassen, es ist kein Wunder, dass sie nach Rache sinnt. Somit startet Die dreizehnte Fee ziemlich düster und teilweise recht brutal. Lilith ist aber eine starke Persönlichkeit, was sie auch als einstige Königin sein muss. Durch die Ich-Perspektive erscheint sie dem Leser aber nicht nur als die grausame 13. Fee, die man aus dem Dornröschenmärchen kennt. Man kann ihre jetztigen Beweggründe durchaus nachvollziehen, auch ihre Sucht nach Rache, wie auch ihre Einsamkeit, Verzweiflung und Unsicherheit. Sehr gut gefallen mir ihre sich langsam entwickelnden Gefühle, die sie aus ihrem Leben als Königin vor 1.000 Jahren nicht kannte, ebenso ihre Sehnsucht nach Liebe. Auf den ersten Seiten fand ich ihre Gedanken tatsächlich etwas erschreckend, aber je mehr ich darüber und über ihre Entwicklung nachdenke, desto passender waren ihre Gedanken.
Der Hexenjäger ist der Antagonist für Lilith, denn er will sie nur benutzen, um sie danach zu töten. Denn auch sie ist eine Hexe, wie er sie nennt, und er hat sich geschworen alle 13 Hexen zu töten. Ich muss sagen, dass ich ihn von Anfang an cool fand, er hat etwas sehr geheimnisvolles an sich, denn der Leser erfährt lange Zeit so gut wie nichts über ihn. Aber er begehrt Lilith auf eine körperliche Weise und Lilith scheint sich mehr zu ihm hingezogen zu fühlen, als sie zugibt. Unter seiner harten Hexenjäger-Schale verbirgt sich eine vermutlich harte Vergangenheit, die ihn so verbissen auf die Jagd nach Hexen führt. Doch ich bin der festen Überzeugung, dass da mehr hintersteckt, als man in Band 1 erfährt. Wehe, wenn nicht!
Ihr merkt schon, wie schwer ich mich mit dem Hexenjäger tue, einfach, weil man sehr, sehr wenig über ihn erfährt. Ich weiß nicht mal seinen Namen. Lilith ist in dieser Geschichte einfach die eigentliche Protagonistin, ob Heldin oder eigentlich Antiheldin.
Der Schreibstil ist zwar relativ hektisch, passt sehr gut zur Geschichte und fesselt. Die Spannung baut sich sehr schnell auf und lässt den Leser nicht mehr los (s. 2 1/2 Stunden für ein ganzes Buch), doch vor allem hat Julia Adrian mich mit ihrer Wortgewalt beeindruckt.

Zitat

Lange, so lange Zeit. Die Spuren der Zauber, die einst diesen Ort umgaben, liegen noch in der Luft. Ich höfre meine Schwestern ihre Bannsprüche sprechen, um meinen Schlaf der Ewigkeit auszuliefern, versteckt im Wald. Doch ihre Flüche sind gebrochen, verflogen die Zauber, die mich vor den Augen der Welt verbargen. Vergaßen sie, sie zu erneuern? Vergaßen sie mich? Ihr Fehler wird sie teuer zu stehen kommen, denn jetzt bin ich frei. (S. 13f., Die dreizehnte Fee Erwachen von Julia Adrian)

Auf den Punkt gebracht

Eine grandiose Märchenadaption, die mir super gut gefallen hat und unter das Motto „mal was anderes“ fällt. Großen Respekt an dieser Stelle an die Autorin Julia Adrian! Danke, für die etwas andere Geschichte der 13. Fee. (Doch warum steht Teil 2 nicht in meinem Bücherregal?)

Daten

Titel: Die dreizehnte Fee Erwachen (Teil 1)
Autor: Julia Adrian
Verlag: Drachenmond Verlag
Seiten: 212 Seiten (TB)
Preis: € 12,-

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